Montag, 21. Mai 2012

Serviervorschlag



Ich fahre mit dem Fahrrad daran vorbei und so recht kann ich es nicht glauben, da hängt mitten in Berlin ein Plakat der Firma Monsanto, das das Unkrautvernichtungsmittel Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat anpreist. Ein Herbizid, dass elementar mit der vielgepriesenen Gentechnik zusammenhängt. Ein Gift, das weltweit in Gärten und auf Felder versprüht wird - weltweit fruchtbare Böden und Existenzen zerstört.



Ich denke an die Menschen, die ich vor einiger Zeit auf dem Kongress Terra Madre kennengelernt habe. Bauern (aus Indien und Afrika), die wütend und verzweifelt gegen dieses Gift kämpfen, welches hier auf der Plakatwand neben Bier und den neuen Sommerkleidern angepriesen wird.

Ich denke auch an die vielen Pflanzen am Wegrand, die ich vorher für Unkraut gehalten habe und seid einiger Zeit neu entdecke. Viele davon sind essbar und machen sich prima in einem Wildkräutersalat.

Wer sich die Natur als Feind vorstellen, die bekämpft werden muss, wird niemals frei sein, denke ich.

Auf dem Heimweg finde ich den Schmalblättrigen Doppelsamen mitten auf einer Verkehrsinsel in Berlin-Wedding.  Angemacht mit scharfem Senf, einem guten Essig und einem feinen Kräuter-Öl schmeckt die "Wilde Rauke" super als Salat. Dazu kommt ein verlorenes Ei mit etwas Salz und frisch gemalenen Pfeffer oben drauf! Mhmmmmm
Kraut mit Ei eben – Monsanto ist vergessen.




Original-Foto oben: http://www.facebook.com/AktionBantam
Serviervorschlag: wurstsack,com

Montag, 7. Mai 2012

Poster für "20 Jahre Slow Food Deutschland"


Gerade im Druck - das Poster für das Festwochenende
"20 Jahre Slow Food Deutschland". 
Gestaltung & Illustration: www.wurstsack.com

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wurstsack @ Mogg & Melzer , Berlin

Im Mogg & Melzer, dass sich in der  ehemaligen jüdischen Mädchenschule in der Ausguststraße befindet, wollen Oskar Melzer und Paul Mogg "die klassische New Yorker Esskultur" nach Berlin hohlen. Das heißt es gibt u.a. prall belegte Ruben-Pastrami-Sandwiches mit Coleslaw und salziger Gurke. Super saftig und delizös.
 
Versüßt wurde mein Auffenthalt dadurch, dass ich zum ersten mal die Gesichter hinter den delicous days, den kulinarischen Momentaufnahmen, der Vorspeisenplatte  und einigen Büchern in meiner Küche kennenlernen durfte. Schön war es. Gerne wieder...

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Mittwoch, 2. Mai 2012

Befreit die Erdbeeren !

Die "revolutionäre Erdbeerfeld-Befreiung durch Unkrautjäten" (TAZ) nahm gestern, am 1. Mai, ihren Lauf. Mit Hacke und Händen wurde den Auslegern der Erdbeeren auf dem Vierfelderhof zu Leibe gerückt. Die Ausleger der Erdbeermutterpflanzen werden in konventionellen Betrieben "einfach weggespritzt", berichtete der Bauer. Nicht so auf dem Bio-Hof. Da der Vorpächter des Hofes Massen an Erdbeeren angepflanzt hatte, war dieses Jahr, nach der Übernahme des Hofes, unsere manuelle Hilfe nötig, um die Erbeeren von Auslegern, Unkraut und Überwuchs zu befreien...







Das Ergebnis!
Insgesamt sind jetzt 4.000 qm Erdbeeren auf dem Vierfelderhof befreit. Die verbleibenden Pflänzchen können nun ihre gesamte Kraft in saftige und leckere Erdbeeren stecken ....



Für die Erdbeerbefreier gabs neben einer leckeren Suppe, Brot, Wasser und Bier, Erdbeersätzlinge en masse, die nun in der Stadt oder im Garten weiterwachsen dürfen...

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Wurstelier @ Berlin Kreuzberg

Zur Büroeröffnung von Lebenskleidung, Lemonaid und Magdalena Schaffrin hat der wurstsack als Wurstelier eine feine Auswahl an superber Wurst, Speck und Pastete gereicht.
Dabei waren u.a. Spezialitäten von:

Ahle Wildwurscht und Ahle Leberwurscht von Carsten Neumayer
http://www.ahle-wurscht.de

Feiner Bauchspeck vom Eichelschwein
http://www.eichelschwein.de

Wildschwein-Hanf-Salami der Wildmanufaktur
http://www.wildmanufaktur.de

Wollschwein Leberpastete mit Backpflaumen vom
http://www.gutshof-blumenow.de


Wurstverkostungsaftermath

Freitag, 27. April 2012

Raus zum 1. Mai auf den Vierfelderhof – Revolutionäre Erdbeer-Befreiung

Das Aktions-Poster aus meiner Feder gibt es am Samstag 28.04.2012
beim Carrotmob in der Markthalle Kreuzberg! Spread the word!

Der Vierfelderhof bei Gatow am westlichen Stadtrand Berlins wird von einem Team engagierter BäuerInnen geführt. Der Hof hat es sich sich zur Aufgabe gemacht, nicht nur gutes Gemüse und Obst zu anzubauen, alte Tierrassen zu pflegen und schmackhaftes Geflügel zu züchten, sondern vor allem auch für Kinder und Jugendliche dies alles erfahrbar und erlebbar zu machen.

Der Vierfelderhof braucht unsere Unterstützung: Anfang Mai müssen die Erdbeerfelder von Überwucherungen befreit werden, damit die Früchte die Sonne sehen und prächtig gedeihen können. Das ist keine besonders schwierige gärtnerische Arbeit, aber sie muss gemacht werden.

Also: Heraus zum 1. Mai auf den Vierfelderhof! Wir bringen gutes Schuhwerk, Arbeitshandschuhe und etwas Tatkraft und Ausdauer mit. Egal wieviele Qudratmeter wir gemeinsam schaffen – es ist in jedem Fall ein Gewinn für den Vierfelderhof.

Wir treffen uns vormittags, um gemeinsam vom Bahnhof Zoo aus mit dem Expressbus nach Gatow zu fahren. Wer mit dem Auto kommt, kann direkt den Vierfelderhof bei Alt-Gatow ansteuern.

Eine Veranstaltung von Slow Food Berlin und dem Slow Food Youth Food Movemement.



 
Die GEMEINSAME ABFAHRT ist am 1.Mai:
Berlin-Zoo 10.54 Uhr Bus X34



So sieht das Erdbeerfeld in Gatow gerade aus. Befreite Erdbeeren rechts - Unfreie Erdbeeren links.

Preisfrage

Geiler Firmenname

Dienstag, 24. April 2012

Heinz und die Mushroom People


Heinz mag es nicht, wenn Behinderte nur kitschige Keramik töpfern dürfen oder zu Bastelarbeiten herangezogen werden. Seine Männer heißen "Mushroom People" und sind draußen in der Natur. "Sie machen sinvolle Arbeit", sagt er. "Pilzzucht macht Freude und bringt Anerkennung, ist sinnvoll und ökologisch." so lautet der Leitsatz auf der kleinen Broschüre von Pilzkult Halle , die er selbst verfasst hat. Heinz ist Rentner, "aus Quedlinburg!" wie er betont. Schon in der DDR hat er Pilze auf Holzstämmen gezogen. Seit einigen Jahren tut er dies nun im Rahmen eines Projektes in den Halleschen Behindertenwerkstätten e.V. draußen in Heide Nord. Das Viertel, ist vor allem für die vielen Plattenbauten am Rande der hallenser Heide bekannt. Hier wachsen jetzt Pilze.
Draußen impft er mit seinen Männern tausende Holzstämme, die dann mehrere Jahre reifen müssen, bevor die Pilze sprießen und diese abgeerntet werden können.



Geerntet werden von den "Mushroom People" Shitake, Limonen- und Austernpilze.
Die fertig geimpften Stämme kann man sich auch in den eigenen Garten stellen, erzählt mir Heinz. Er verkauft sie jetzt und zeigt mir die vielen hundert Stämme, die zum Verkauf fertig sind.
  
Bei der Lagerung der geimpften Stämme kommt es auf die richtige Temperatur und Luftfeuchtigkeit an. Heinz tüftelt immer noch am perfekten System wird allerdings schon von vielen Züchtern bewundert angesichts der Erfolge, die er mit seinen Methoden erzielt.
Heinz hat viele Ideen und musste dafür kämpfen, dass sie Gehör finden. Zum ersten Mal standen die Hallenser Werkstätten letztes Jahr mit einen Stand auf der Messe in Nürnberg. Man bewarb sich mit dem Projekt und dem Pilz-Sortiment um den exzellent:produkt Preis, der unter den anwesenden Behinderten-Werkstätten vergeben wurde. Völlig uneerwartet gewannen die Mushroom People den mit 5000 Euro dotierten Preis.

Bald schon soll in größeren Dimensionen Pilze gezogen werden. Die Pilze sind inszwischen bei Spitzenköchen beliebt und auch Gourmet-Versandhändler sind schon auf die ausgezeichneten Produkte von Pilzkult aufmerksam geworden. Die Bio-Zertifizierung ist auf den Weg gebracht.

In den Behindertenwerkstätten entstehen auch Pilzsalze aus den eigenen getrockneten Pilzen zusammen mit Salz aus der hallenser Saline.

Am Anfang wären viele, die bei ihm anfingen, noch schüchtern und verschlossen gewesen, erzählt Heinz von seinen Männern, mitlerweile würde man ihnen die Freude und den Stolz über die eigene Arbeit ansehen, berichtet er - auch etwas stolz über das, was er da geschaffen hat.







Montag, 23. April 2012

Schwanimfeld

Halle Angersdorf

Leipziger Gose


Gose ist eine der ältesten Biersorten und war noch um 1900 das beliebteste Bier der Region um Leipzig und Halle. Heute gibt es nur noch wenige, die diese Spezialität brauen.
Beim Brauvorgang der Gose kommen Milchsäurebakterien zum Einsatz, was dem Bier ein frische, leicht säuerliche Note gibt. Die originale Berliner Weiße wird auf ähnliche Weise hergestellt.
Das leicht säuerliche Bier wird manchmal mit Sirup gemischt um es etwas süßer zu machen.

Die Gose der Brauerei im Bayrischen Bahnhof wird beim Brauen mit Koriander und anderen Gewürzen verfeinert und hat einen tollen, leicht würzigen Abgang. Super für einen heißen Sommer...

Sonntag, 22. April 2012

Blutwurstritter Schimpfkäse

Henry Schimpfkäse aus Holzdorf ist ein geschlagener "Ritter der Blutwurst" eine Auszeichnung, die bei einem Festival in Frankreich an ausgezeichnete Metzger verliehen wird. Die Bruderschaft hat sich zum Ziel gesetzt den Ruf und die Qualität der Blutwurst zu verteidigen. Marcus Benser von der Blutwurstmanufaktur aus Neuköln gehört ebenfalls zur Ritterschaft.

Einmal in der Woche steht Henry Schimpfkäse mit einem kleinen Wagen auf dem Wochenmarkt auf dem Witternbergplatz (Freitags Donnerstag vor dem KaDeWe 08:00 – 16:00 Uhr 10:00 – 19:00 Uhr) und verkauft neben der preisgekrönten Blutwurst noch weitere Wurstspezialitäten.



Er macht "alles alleine" und hat für Internet, E-mail und solchen Schnickschnack keine Zeit, erzählt er mir. Schimpfkäse macht Wurst aus fetten Schweinen, die er von regionalen Bauern bezieht.
Mit auf dem Markt dabei ist seine Mutter, die beim Verkaufen hilft und dem Angebot selbstgemachtes Sauerkraut und eingelegte Gurken beisteuert.

Toll ist seine an der Luft gereifte Bratwurst, ähnlich der Ahlen Wurscht eine Rohwurst mit sehr überzeugendem Aroma. Sehr schick fand ich auch die Sülze und natürlich die Blutwurst.
Frisch vom Grill gab es eine sehr leckere, leicht grobe Bratwurst mit feiner, frischer Majorannote.

Seine preisgekröhnte, mehrlagige Blutwursttorte gibt es leider nur auf Bestellung, gleiches gilt für seine Blutwurstpralinen aus Zungenwurst, Süßkirschen, Quittengelee mit Schokoladenüberzug. 



Zeitungsartikel über den Blutwurstritter Schimpfkäse finden sich u.a. hier:

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wurstsack @ röskant Kaffee, Leipzig



Ganz frisch sind nicht nur die Kaffebohnen, die gerade fertig geröstet verpackt werden sondern eigentlich auch gesamte Manufaktur in der Nähe des bayrischen Bahnhofs in der Hohen Straße in Leipzig. Seit ein paar Monaten werden hier in einem Hinterhof Kaffeebohnen veredelt und Kaffeemischungen kreiert.

Für das Team der Rösterei ist Kaffee ein Genussmittel. "Das", schreiben sie auf der Webseite, "wird in Zeiten der industriellen Massenproduktion leider oft vergessen. Es zählt einzig der maximale Ertrag bei minimalem Aufwand. Die Qualität leidet, das Ursprüngliche, Natürliche geht verloren. Doch glücklicherweise findet in unserer Gesellschaft gerade ein Umdenken statt – hin zu ökologisch erzeugten Produkten, Nachhaltigkeit und Fair Trade.  Für uns ist es ein Selbstverständnis, Kaffee als das anzubieten, was er früher einmal war: eine naturgegebene, unvergleichliche Köstlichkeit – in alter Tradition geröstet und gemahlen. Eben ein echtes Genussmittel."

Spannend und sehr lecker fand ich die eigene Mischung aus Arabica und Robusta, die mir Franko Lehmann noch schnell etikettiert hat.

Der Onlineshop ging gerade online. Ich würde allerdings persöhnlich vorbeischauen und mich vor Ort in der Rösterei durch das Angebot probieren... eine kleine und feine Auswahl an Schokoladen gibt es ebenfalls in der Rösterei.




Donnerstag, 19. April 2012

wurstsack @ Tonis Bioeisladen, Leipzig

http://www.bioeisladen.de/ 

P.S.
Besonders Spaß machte "Schafsjoghurt-Rosa-Pfeffer"
(nicht im Bild)



Brotästhetik

Menschen denen ich dieses Brot zeige schauen bewundernd auf die Kruste, die wie eine Landschaft aussieht und von langen Canyons durchzogen ist. Sie sagen Dinge wie. "Das sieht fast zu gut aus!" oder "Perfekter als in der Werbung".
Dabei sieht SO gutes Brot aus. SO und nicht anders!
Alles andere sind Experimente der chemischen Backindustrie und haben mit gutem, ehrlich gebackenem Brot soviel zu tun, wie eine Plastikfigur aus dem Happy Menü von McDonalds mit Meißener Porzellan.

Unsere Augen haben scheinbar verlernt wie gutes Brot aussieht, wie es sich anfühlt, wenn es vor einem liegt. Eine vergessene Brotästhetik von der kaum jemand glaubt, dass sie noch existiert. Wenn sie dann vor einem liegt, stellt sich Erfurcht ein und plötzlich, instinktiv weis fast jeder wie ein echtes Brot auszusehen hat, man muss nur die Chance bekommen, dieses Erfahrung zu machen.

P.S. Das Brot wurde gebacken von Markus Hönnige

Dienstag, 17. April 2012

In der Gemüsekinderstube

Heute war ich draußen in der Bio-Gärtnerei Stichelsdorf und habe einen Blick in die Gemüsekinderstube der Gärtnerei geworfen.

Alle Pflänzchen sind noch recht possierlich. Oben rechts z.B. ein frisch geschlüpfter Rotkohl.


Links ein Auberginen-"Embrio" ;) - Rechts ein Mini-Kohlrabi


"...und weil wir hier Bio machen gibts hier ooch Wespen." Die Wespen, mit langen Beinen, leben unter dem Dach der Kinderstube. "die schwirren hierum aber stechen uns nicht." Oben sieht man eine Königin, die über das noch leere Nest krabbelte.


Ein Kindergürkchen und ein jungfräulicher Fenchel.



Das Bio-Gut Stichelsdorf sucht dringend nach Mittarbeitern! 
Die Stellenanzeige für den Job als Gärtner findet Ihr hier bei der
Bundesagentur für Arbeit (LINK)

Samstag, 14. April 2012

Mittwoch, 11. April 2012

wurstsack @ Museum Bäckerei Pankow

Schon 1875 wurde im alten Backofen Holzofenbrot gebacken. Seit Oktober 2006 wird in der alten Brotbäckerei wieder zwei mal in der Woche gebacken. Das Märkische Landbrot hat die Backstube gemietet und backt hier Demeter-Brot im Holzofen.

Der Duft begegenet einem schon auf der Wollankstraße. Drinnen in der Backstube ist es warm und der Bäckermeister begrüßt einen wärend er ein um das andere Brot in den Ofen schiebt.

Mehr als 50 Brote lassen sich so auf einmal backen. Angefeuert wird einen Tag zuvor.

Die gebacken Brote haben eine tolle Kruste und duften verführerisch.

"Brot ist Leben" steht auf einem Deckchen, das an der Wand hängt.
In der Museumsbäckerei wird Brot-Kultur wiederbelebt und am Leben gehalten.

Das frische Brot gibt es während des Backstubenverkaufs jeden Dienstag und Freitag von 15 bis 18 Uhr vor Ort zu kaufen.

http://landbrot.de/altpankow/
Alte Bäckerei Pankow 
Museum für Kindheit in Pankow
Wollankstraße 130
13187 Berlin